Stress im Alltag?

Ich möchte dir erzählen, wie es mir damit geht und was du ändern kannst. „Stress“: bezeichnet eine Gruppe von Symptomen, welche als Reaktionen auf Belastungen (psychisch und physisch) folgen.
Wir alle kennen es „Ich bin so gestresst“, „Ich habe wieder soooo viel Stress, so viel zu tun“, „Stress’ mich nicht!“, …

Ich wurde nun öfter gefragt „Wie schaffst du denn deinen Arbeitsalltag? Stresst dich das nicht zusätzlich im Alltag, hochsensibel zu sein? Wie gehst du damit um?“ Diese Fragen habe ich mir selbst auch gestellt und kann sie euch folgendermaßen beantworten:

Seit ich mich mit dem Thema „Hochsensibilität“ auseinander setzte, lerne ich vor allem, besser auf mich zu achten. Das ist ein sehr wichtiges Kriterium, um mit „Stress“ im Alltag (ob im Beruf oder im Privatleben) zurecht zu kommen. Egal ob du sensibel bist oder nicht.

Die letzten Jahre habe ich während der Ausbildung zur Erzieherin und auch im Berufsalltag immer wieder gemerkt „Mist, ich bin so schnell gestresst. Was ist denn nur los mit mir? Die anderen sind auch gestresst, aber anscheinend nicht ganz so schlimm wie ich…“. Jeder von uns erlebt Stresssituationen und jeder von uns reagiert anders darauf. Hochsensible Menschen reagieren oft stärker auf viele Dinge. Das thematisierte ich bereits häufiger in meinen vorherigen Beiträgen. So ist es auch in Stresssituationen: Ich habe immer wieder bemerkt, dass ich schneller an meine „persönlichen Grenzen“ gerate, als meine Mitschüler oder Arbeitskollegen. Es gab so viele Situationen, in denen ich in Tränen ausbrach. Ich wusste nie warum und gab mir alle Mühe, diese Tränen zurück zu halten. Schließlich ist es peinlich, in der Öffentlichkeit zu weinen!

Die letzten Monate kam ich beruflich immer wieder an meine Grenzen, das ist auch okay. Man wird im Alltag gefordert und hat immer was zu tun. So wird es auch nicht so schnell „langweilig“ auf der Arbeit ;-).
Als Nächstes ging ich immer mal wieder über meine Grenzen hinaus. Das war sehr, sehr anstrengend, aber noch akzeptabel. Doch dann kam ich an den Punkt, dass ich merkte „Sch***, ich gehe permanent über meine Grenzen hinaus“. Auslöser dafür, dass mir dies bewusst wurde war, dass ich innerhalb eines Arbeitstages drei Mal in Tränen ausbrach. Natürlich zog sich diese Phase über mehrere Monate… Ich zog mich privat immer mehr zurück, wollte nichts mit Freunden unternehmen, fühlte mich permanent kritisiert von Menschen aus meinem direkten Umfeld, war total ausgelaugt nach einem Arbeitstag. Ich wollte einfach ins Bett krabbeln und die Decke über den Kopf ziehen, denn ich war müde und ohne Energie. Sogar meine größte Leidenschaft, die Musik, machte mir nur noch selten Spaß. Das war nicht mehr ich!

Als ich dann auf das Thema Hochsensibilität stieß, wusste ich sehr schnell „Du musst sofort etwas ändern, sonst wirst du krank!“. Das tat ich dann auch auf meiner Arbeitsstelle und auch privat. Ich änderte generell meine Einstellung zu mir selbst und auch zu dem Thema „Stress“. So etwas geht natürlich nicht über Nacht! Doch der erste Schritt zu einem besseren Umgang mit sich selbst ist es, zu erkennen „Da läuft gerade etwas schief“ „Ich fühle mich dauerhaft sehr, sehr unwohl und habe einen negative Grundeinstellung“. Wenn du genau in dich hinein horchst, erkennst du schnell wenn dein Stresslevel permanent zu hoch ist!
Der nächste Schritt ist es, zu überlegen „Woran liegt es? Warum geht es mir so?“ Und dann natürlich: Die Erkenntnis und die Umsetzung zu einem besseren Wohlbefinden der eigenen Person.

Seit ich von der Hochsensibilität weiß, achte ich sehr darauf, mich nicht zu „überfordern“ und mein „Stresslevel“ in Balance zu halten. Das ist gar nicht so leicht. Generell sollten das viele Menschen unserer Gesellschaft tun, sich bewusst darüber werden, mit unserer Energie zu haushalten. Nicht mehr zu machen, als wir können. Es ist oft der Anspruch an sich selbst oder es anderen Recht zu machen. Sei es der Arbeitgeber, die Eltern, die Freunde, vielleicht sogar der Partner etc.
Was kannst du im Alltag verändern, sodass es dir besser geht? Wie kann dein Alltag „stressfreier“ / entschleunigt werden?

Hier ein paar Tipps, dein „Stresslevel“ in Balance zu halten:

– Werde dir bewusst darüber, wie viel du überhaupt leisten kannst und möchtest (Was fordert dich im Alltag sehr? Was sind „Stressoren“ für dich und wie kannst du sie minimieren?)

  • Wie kannst du dir im Alltag „kleine Pausen“ gönnen?
    (z.B. Ich nehme mir Zeit, in einer möglichst ruhigen Umgebung, die Augen zu schließen und mehrmals tief durch zu atmen; ich höre ein Lied, dass mir Freude bereitet) – das muss jeder für sich herausfinden!
  • Finde einen Ausgleich zu deiner Arbeit (am Besten ist immer noch die körperliche Betätigung)
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Einen gesunden Schlafrhythmus
  • Nimm’ dir Zeit für dich! (Höre darauf, was dir deine „Innere Stimme“ sagt – mache nichts, nur weil gerade Andere etwas von dir wollten/brauchen! Wenn du selbst nicht bei dir bist und gerade den Kopf zu voll hast, kannst du nicht für andere da sein!)
  • Das bringt uns zum nächsten wichtigen Schritt: Abgrenzung – du darfst auch „Nein“ sagen. Dich mitteilen, wenn dir etwas zu viel wird/ ist. Das ist unser aller Recht, doch nicht jeder nutzt es.

Ein kleiner Selbsttest, ob dein berufliches „Stresslevel“ zu hoch ist

(Auszug aus: „Sensibel kompetent. Zart besaitet und erfolgreich im Beruf “ von Dr. Marianne Skarics / Kapitel: Herausforderungen am Arbeitsplatz / S. 75):

-Hast du abends das Gefühl, nur einen geringen Teil deines Tagespensums erreicht zu haben?

– Bist du abends zu müde, um noch irgendetwas zu unternehmen?

– Belasten dich bestimmte Dinge so sehr, dass du deshalb schlecht ein- oder durchschlafen kannst?

– Wachst du schon mit dem Gedanken an dringend zu Erledigendes auf?

– Bist du oft lustlos und müde?

– Bist du oft zerstreut und vergesslich?

– Bist du oft in Eile?Fällt es dir schwer, Aufgaben zu delegieren?

– Kannst du nicht gut Entscheidungen treffen?Hast du oft das Gefühl, dass dir alles zu viel wird?

– Bräuchtest du viel mehr Zeit für dich selbst, dass es dir gut geht?

– Bist du öfters gereizt oder ungeduldig?

– Kannst du kaum abschalten?

– Bräuchtest du eigentlich mehr Freude im Leben?

Soooo.. wenn deine Antwort auf einen Großteil der Fragen „Ja“ lautet, dann solltest du jetzt sofort die rote Alarmleuchte vor dir sehen! Du hast anscheinend zu viel Stress in deinem Leben und solltest schnellstmöglich etwas daran ändern!

Hast du Fragen oder Diskussionsbedarf, kontaktiere mich gerne! 🙂

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