Meinen Aufruf zum Thema „Gesellschaftliche Erwartungen und gesellschaftlicher Druck“ hat folgende Meinungen, Aussagen und Ansichten zusammengeführt:

„Oh, schön! Du hast nächstes Jahr deinen Schulabschluss. Dann sieh‘ dich schon mal nach einer Ausbildung um, nicht das alle Ausbildungsplätze vergeben sind. Deine Noten sind natürlich überdurchschnittlich gut! Du musst doch deine Eltern stolz machen. Ach, du hast sogar Abitur? Na dann los, studieren! Und zwar in der Regelzeit, hier wird nichts geschoben! Such‘ dir noch einen Job, den du neben dem Studium und dem ganzen Lernen locker schaffen kannst.
Reisen? Work & Travel – das ist doch verlorene Zeit. Mach was Anständiges! Selbstfindungstrip – das ich nicht lache. Sowas gab’s früher nicht!
Bist du endlich fertig mit dem Kram? Dann hast du währenddessen natürlich schon einen Mann kennengelernt. Ach und das Wichtigste: Jetzt kriegste erst mal ’nen Job, in dem du viiiieeeel Geld verdienst! Schwanger? Klar, das muss auch noch sein! Und dein Mann baut dir gefälligst ein großes Haus für eure Familie. Du bleibst die nächsten Jahre zu Hause und er verdient den Unterhalt.

Bitte vergiss‘ dabei nicht die ganzen Normen und Werte unserer Gesellschaft einzuhalten: Sei‘ stets freundlich und zwar immer! Gut gekleidet solltest du sein und geh‘ dabei immer mit der Mode! Ernähre dich gesund und folge dem Lifestyle des gesunden, sportlichen Lebens in den sozialen Medien. Schließlich solltest du schlank sein, so wie die ganzen Models und Vorzeigepüppchen. Du bist immer perfekt und fehlerlos und es darf dir nie schlecht gehen! Gehe niemals ungeschminkt oder ohne BH aus dem Haus. Hast du ein paar Kilos zu viel, zeig‘ bloß keine Haut!
Du hast nie Zeit für dich selbst, du musst ja immer auf dem Laufenden bleiben. Genau wissen, wer sich gerade über was beschwert. Daran musst du dich natürlich beteiligen, sonst gehörst du nicht dazu! Übernehme stets alle Trends und sei‘ bei jedem Konsumtrend dabei.
Zeig‘ bloß keine Schwäche, dann hast du verloren. Was? Du schaffst das alles nicht? Stell’ dich nicht so an! Die Generationen vor dir kamen auch alle zurecht!“

Auch ich möchte dazu meinen Senf abgeben:

Danke an all‘ die ehrlichen Menschen da draußen, denn ich sehe das genau so: Nur weil es schon immer so war, heißt es doch nicht, das wir diese Erwartungen und Normen immer weiter führen müssen? Mit 30 noch kein Kind, dann wird es jetzt aber Zeit!


Wir leben schon länger in einer anderen, neueren Zeit und Konventionen dürfen so langsam mal aufgebrochen werden.

Vielen Teilen der Gesellschaft ist gar nicht bewusst, wie krank unsere Generation und die nachfolgenden werden, wenn wir weiterhin schnelllebig und unachtsam mit unserem Leben umgehen.

Konventionen aufbrechen

Fangen wir an bei den Erwartungen unserer Großeltern und Eltern, die unserer Institutionen, immer gute Leistungen zu erbringen. Denn nur wer Leistung erbringt, wird anerkannt. Pass‘ dich dem System an und dir kann so schnell nichts passieren! Ach doch, du kannst dich selbst verlieren.
Wir müssen stets mit dem Strom schwimmen und wir dürfen uns keine Ausreißer leisten. Am Besten hast du die Meinung der Mehrheit, sonst besteht die Gefahr, in einer Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Dazu kommt, das wir über das permanente Leistungsprinzip die lebenspraktischen Aspekte vergessen, sowie den wichtigste Aspekt für einen glücklichen Menschen: Du selbst zu sein!

Jeder Mensch ist ein Individuum und sollte das Recht haben, sich auch dementsprechend ausleben zu können. Ohne schief angeschaut, ausgeschlossen oder blöd angemacht zu werden!

Diese nicht-zeitgerechten, gesellschaftlichen Normen und Erwartungen erzeugen Druck. Dieser Druck macht die Menschen psychisch krank. Wir hatten noch nie so viele kranke Kinder und Jugendliche wie in der heutigen Zeit (Auszug aus dem Buch „Kindheit 6.7.“ von Michael Hüter).

Die konventionellen Erwartungen an Leistungen, Beruf, Familien(planung), Normen und Werte, welche dich als Person „bestimmen“, DÜRFEN aufgebrochen werden!

Ideale und Bewertungen

Selbstfindung? Findet nur selten auf eine gesunde Weise statt. Die (sozialen) Medien manipulieren ständig unser Bild der „perfekten Frau“ oder des „perfekten Mannes“. Es beginnt mit Sendungen und Filmen im TV und Kino, geht weiter im Internet und endet dort in den sozialen Medien, wie Instagram. Diese sind voll von retuschierten und gestellten Fotos und Lifestyles. Es wird eine „perfekte und makellose Person“ erschaffen, an denen sich junge Mädchen und Jungen orientieren.
Schon immer schüren die Cover von Zeitschriften etc. junge, schlanke, große Frauen. Bei den Männern sind es die jungen, sonnengebräunten und muskulösen. Klar ist das hübsch anzusehen. Doch was diese „Verkaufsstrategie“ mit uns anstellt: Was ist mit denen, die diesem vermeintlichen Schönheitsideal nicht entsprechen? Diese entwickeln Schamgefühle für ihren Körper und werden schief angesehen, wenn sie bei 25 Grad Haut zeigen. Sitzen sie vor einem schmackhaften Burger, wird getuschelt. Sitzen sie vor einem Salat, wird getuschelt. Das macht es mit der Gesellschaft. Es entstehen Bewertungen, äußerer Druck und somit der „innere Druck“ nicht gut genug zu sein. Was das mit einem Menschen macht, muss ich nicht erklären.

Ständig ziehen wir Vergleiche zwischen uns und Anderen. Dabei wollen wir doch einfach nur wir selbst sein. Zu unserem Körper stehen, zu unseren Eigenheiten, unserem Lebensstil, unserer Berufswahl – einfach zu uns selbst! 

Welchen Preis zahlst du, wenn du dich gegen all‘ diese gesellschaftlichen Normen und Erwartungen stellst? Nicht von allen Seiten bekommst du Zuspruch. Du musst heutzutage ein dickes Fell haben, um den Gegenwind ertragen zu können. Und genau vor diesem Gegenwind haben viele Menschen Angst. Sie passen sich lieber an und „gehören dazu“, statt sich selbst uns seine Wünsche auszuleben.

Warum ich das alles schreibe? Weil das meine Meinung ist und es an der Zeit ist, sich zusammen zu tun und dagegen anzugehen! In den letzten Monaten habe ich in vielen Gesprächen zu diesen Themen schnell gemerkt, du bist nicht allein mit diesen Gedanken.
Stell‘ dich dieser Herausforderung. Gewinne Menschen, die genau diese Meinung vertreten. Denn nur so können Konventionen verändert werden! 

Was möchten wir in unserer Gesellschaft?

Alle sprechen immer von Toleranz und Vielfalt – wie viele setzten es wirklich um oder akzeptieren diese?

Wir wünschen uns mehr Akzeptanz, unseren eigenen Weg gehen zu können. Es braucht Zeit, einen Beruf zu finden, sich selbst kennenzulernen. In der Identitätsentwicklung wird die Adoleszenz im Alter von Mitte 20 beendet und wir sollen mit 16 – 19 Jahre entscheiden, was wir den Rest unseres Lebens arbeiten möchten. Fail!

Schluss mit bewertenden Aussagen über Leistungen, Aussehen, Meinung, Religion, Sexualität oder Herkunft! Du bist ein Individuum und darfst jeden Tag dazu stehen!

Schluss mit den manipulativen, vermeintlichen Schönheitsidealen auf Zeitschriftencovern und in den Medien. Geh‘ einfach mal ungeschminkt vor die Tür oder poste ein natürliches Foto von dir. Keiner wird dich dafür verprügeln.


Wir möchten zu uns selbst stehen und nicht von der Gesellschaft bewertet werden!

Mehr Akzeptanz für die Menschlichkeit mit all‘ ihren schönen, vielen, bunten Facetten!

Dankschön an alle, die sich an der Umfrage für diesen Artikel beteiligt haben! 🙂

2 Gedanken zu “Bloedsinn

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